Zur Person:

Robert Poth
(RP)wurde am 13. April 1904 in Wuppertal-Barmen geboren, besuchte die Evangelische Schule Emilienstraße und unterschrieb am 27. Mai 1918 einen Lehrvertrag zum Maschinenbauer und Ankerwickler bei der Firma Dynamo- und Motoren-Werk August Rachel jr. in Barmen. Seine Ausbildung beendete er am 27. November 1921 und er blieb bis zum 30. Mai 1922 in der Firma Rachel tätig.

Am 10. Juni 1922 trat RP in den Dienst der damaligen Stadt Barmen, Abteilung Müllverbrennung. Dort wurde er als Elektriker und Ankerwickler beschäftigt.

Am 20. Mai 1927 heiratete RP Mathilde Auguste Orthmann, die am 2. November 1927 ein gesundes Mädchen namens Auguste Mathilde Ruth zur Welt brachte.
Im Jahre 1937 folgte sein Einsatz als Schichtmeister.

1938 wurde RP zu einer Übung bei der Flak in Bochum eingezogen.
Von Oktober 1939 bis zum Juni 1940 wurde RP in Unna - Neuenheide als Angehöriger der Kraftfahrabteilung zum Kraftfahrer und Kradmelder ausgebildet.

Als Z.- Kradmelder ging RP mit dem I.-R. 16 (der 16. I.D.?) bis zur Rückkehr Ende Juli 1940 nach Frankreich.

Zurück ging es über Eschweiler nach Coesfeld.
Dann gibt es Bilder von Maastricht (August 1940)

Am 28.08.40 wurde RP zum Panzer-Pi. Btl. 16 nach Minden versetzt. Von dort wurde am 24.11.1940 ausgerückt nach Rothenburg/Fulda in Thüringen.

Die Weiterfahrt von Rothenburg erfolgte am 21.12.40 per Bahn über Wien, Linz, durch Ungarn bis nach Glogowarz (Rumänien) im Januar 1941.

Vom 04. - 25. Februar war RP im Heimaturlaub.
Nach der Rückkehr zu seiner Einheit, verbrachte RP noch einige Monate des Wartens mit Endeckungstouren und Ausflügen in der Umgebung von Glogowarz.

Der April 1941 begann mit der Weiterfahrt durch Bulgarien nach Mazedonien (Giser). Dort längerer Aufenthalt bis Juni 1941 (Bilder von Robert Poth von 1938 bis Juni 1941)

Eine Fortsetzung der Bildserie, von Juni 1941 - April 1942 , wird hier vorgestellt.

Das Kriegsfotoalbum meine Großvaters von April 1942 bis August 1942 kann hier eingesehen werden.

Mit dem zunehmenden Verlauf der Truppenbewegungen und der Feindberührung werden die Bilddokumente seltener und diese kaum noch erklärt und gewissenhaft datiert.

Was dann folgte, der Kampf in Stalingrad - RP's kümmerliche Einheit setzte sich am 15. Januar 1942 im Traktorenwerk 'Roter Oktober' fest. Es gab kein Entkommen mehr. Die Russen hatten die kümmerlichen Reste eingekesselt und brauchten nur noch abzuwarten. Und wirklich:

"In der Nacht zum 2. Februar, ich hatte Grabendienst, kam ein Melder vom Divisi-
onsstab und überbrachte den Befehl der Kapitulation um 5 Uhr morgens.
Wir räumten sofort den Graben, empfingen an der Küche noch Suppe und jeder
eine Scheibe Knäckebrot, die anscheinend als äußerste Reserve gedacht war.
Ein Fetzen ans Gewehr gebunden, warteten wir am Befehlsbunker auf die Ereig-
nisse, die da kommen sollten.
Es wurde dämmrig und langsam heller. Einen Mann hatten wir auf einen Hand-
schlitten gelegt, da ihm beide Beine erfroren waren. Mein rechtes Bein schmerzte
stark. Die Verwundung am Schienbein eiterte.Es war schon hell. Die Russen in
weißen Leinenüberzügen zogen links und rechts an uns vorbei, ohne von uns
überhaupt Kenntnis zu nehmen.
Endlich erschien ein Offizier. Die Pistole lose in der Hand kam er auf uns zu.
"Nu Krieg kaputt", sagte er und winkte uns, nach irgendeiner Himmelsrichtung zu
gehen. Dann tappten und krochen 29 ausgemergelte Gestalten als Überreste des
stolzen Pz-Pi Battl. in die Gefangenschaft.Vom Sieg hatten wir geträumt und so
kam das Ende am 2. Februar 1943..........

Wer aus den "Aufzeichnungen eines Kriegsgefangenen", die mein Grossvater einige Jahre später nach seiner Rückkehr aus einer sieben Jahre andauernden russischen Kriegsgefangengenschaft niedergeschrieben hatte, noch einiges herauslesen möchte, kann sich das PDF-Dokument hier herunterladen.