Geschichten erzählen konnte er schon immer gut. Seine skurrilen Gedanken auch mal nieder zu schreiben - anfangs in seiner schwer entzifferbaren Schrift, in den 50-er Jahren dann mit einer alten Schreibmaschine, die den Begriff 'Hochdeutsch' zu wörtlich nahm und sehr oft den gewohnten Zeilenpfad verließ, um einige Millimeter höher (z.B., das hohe C!) einige Buchstaben zu hinterlassen - diesen Entschluß fasste er, als er 1949 aus der russischen Kriegsgefangenschaft in die Heimat entlassen wurde.

Dieses Trauma musste er sich erst einmal von der Seele schreiben. Mit Hilfe seiner Tagebuchaufzeichnungen entstand das Büchlein 'Aufzeichnungen eines Kriegsgefangenen', das in eindringlichen Worten das unsagbare Elend beschrieb, in dem die überlebenden Stalingradkämpfer mit ihrem Status als Kriegsgefangene durch die endlosen Weiten der russischen Taiga Tausende von Kilometern von einem Lager zum anderen wanderten, mit unzureichender Kleidung frierend in den kalten Wintern dahinsiechten und in der Hauptsache hungerten und krepierten.


Darin unterschieden sie sich nicht sehr von der russischen Bevölkerung, die sich auf gleichem Niveau befand. So geschah es fast zwangsläufig, dass aus anfänglichem Fremdenhass in gemeinsamer Not Freundschaften entstanden und Robert Poth Land und Leute akzeptieren und lieben lernte.